Donnerstag, 29.1.2026 19.00 Uhr

 Volkshochschule Ulm, Club Orange

 

 „…daß die krankhaften Werke des leidenden Mannes lange Jahre in Deutschland wirksam gewesen…“ (Schriften zur Literatur)

 

 Dr. Ulrich Hohoff, Augsburg

 E. T. A. Hoffmann und Goethe

  

Auf den ersten Blick haben sie kaum etwas gemeinsam, der weithin anerkannte Weimarer Dichter und der vor Phantasie sprühende Erzähler in Berlin. Der 250. Geburtstag des mehrfach begabten Spätromantikers Hoffmann (24.1.1776 – 25.6.1822) ist ein guter Anlass, um sich sein Leben und Werk zu vergegenwärtigen und dabei auf Bezüge zu Goethe zu achten. Auch wenn Hoffmann ganz anders dichtete, kannte er seinen Goethe gut und bezog sich öfters auf ihn - auch parodistisch wie im Bildungsroman „Lebensansichten des Katers Murr“. Nicht zuletzt waren beide Weinliebhaber und bedichteten den Wein. Im Alter kritisierte Goethe den bizarren Hoffmann allerdings heftig.

 (In Zusammenarbeit mit der Ulmer Volkshochschule; Eintritt frei. Spenden erwünscht)

  

 

Dienstag, 24.2.2026 19.00 Uhr

 Generationentreff Ulm, Grüner Hof 5, 1. Stock

 

  „Durch Schillers aller Werke geht die Idee von Freiheit …“ (Eckermann 18.1.1827)

 

 Prof. Ulrich Kittstein, Mannheim

 Schiller und die Freiheit

  

Friedrich Schiller als großer Dichter der Freiheit – diese Vorstellung hat sich im Laufe von zweihundert Jahren zu einem monumentalen Klischee verfestigt. Aber wenn man Schillers Freiheitsideen genauer und vor allem differenzierter betrachtet, erweisen sie sich tatsächlich als eine Art Generalschlüssel zu seinem vielschichtigen Werk und seiner Gedankenwelt. In Schillers Augen ist es das Vermögen der freien Selbstbestimmung, das den Menschen überhaupt erst zum Menschen macht. Dabei wird Freiheit bei ihm zunächst als politisches Problem behandelt, als Frage der Staatsform und der gerechten Begründung von Herrschaft. Freiheit ist für Schiller aber auch eine eminente anthropologische Herausforderung, in deren Mittelpunkt das Rätsel des freien Willens steht. Und nicht zuletzt interessiert er sich für Freiheit als ästhetische Erfahrung, die man im Umgang mit der Kunst machen kann. Der Vortrag erörtert diese drei Dimensionen eingehend und illustriert sie mit zahlreichen Beispielen aus den Schriften des Dichters

(In Zusammenarbeit mit dem Generationentreff Ulm. Eintritt frei. Spenden erwünscht)

 

 

Dienstag, 17.3.2026 19.00 Uhr

 Generationentreff Ulm, Grüner Hof 5, 1. Stock

 

  „Käme ich nach England hinunter, ich würde kein Fremder seyn“ (Eckermann 10.1.1825)

 

 Prof. Dr. Chr. Wingertszahn, Düsseldorf

 Goethe und Großbritannien

  

Der Klassiker ist nie nach Großbritannien gereist. Aber seine Kenntnis englischer Literatur ist immens, und seine Äußerungen über britische Kultur sind zahlreich und im Grunde zustimmend. Goethe erlebte über einen langen Zeitraum das Inselreich als Ort einer blühenden Literaturszene und als führende, technologisch fortgeschrittene Handels- und Seemacht.

 (In Zusammenarbeit mit dem Generationentreff Ulm. Eintritt frei. Spenden erwünscht)

 

 

Donnerstag, 23.4.2026 19.00 Uhr

 Haus der Begegnung. Ulm. Felix-Fabri-Saal

 

 „Groß sind des Berges Kräfte; Da wirkt Natur so übermächtig frei, Der Pfaffen Stumpfsinn schilt es Zauberei“ (Faust II A IV)

 

 Adelbert Schloz-Dürr, Ulm

 Petrarcas Besteigung des Mont Ventoux im April des Jahres 1336

  

Der Mont Ventoux, heute vor allem bekannt als schweißtreibende Etappe der Tour de France in der Provence, ist vordergründig gesehen Hauptdarsteller von Petrarcas literarisch stilisiertem Bericht von seiner Besteigung dieses Berges am 26. April 1336: eines der ersten Zeugnisse einer Bergbesteigung in der abendländischen Geschichte. Beginn des Bergtourismus? Petrarca ein Reinhold Messner des ausgehenden Mittelalters? Eher ein sprechendes Zeugnis einer folgenreichen Mentalitätswende hin zur Moderne, die Petrarca genau auf der Schwelle von Mittelalter zu Neuzeit uns hier verrät. Das kann helfen, uns selbst über uns als sog. moderne aufgeklärte Menschen besser aufzuklären. Der Vortrag von Adelbert Schloz-Dürr wird unterstützt durch Joseph Kelemen am Flügel mit Musik von J.S. Bach u.a.

 (In Zusammenarbeit mit dem Haus der Begegnung, Ulm. Eintritt frei. Spenden erwünscht)

 

 

Dienstag, 16.6.2026 19.00 Uhr

 Generationentreff Ulm, Grüner Hof 5, 1. Stock

 

 „Auf den Bergen wohnt die Freiheit, auf dem Asperg aber nicht.“ (Volksmund)

 

 Olaf Krischker, Ulm

 Kristin Weigand, Ulm

  Schubarts und Schillers Besteigung des Hohenasperg

  

Der Musiker, Dichter und Publizist Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791) verbrachte von 1775 bis 1777 seine letzten zwei glücklichen Jahre in der freien Reichsstadt Ulm, bis er fast zehn Jahre auf dem Hohen Asperg eingekerkert war.

Für den Dichter, Philosophen und Historiker Johann Christoph Friedrich Schiller (1759-1805) war sein inhaftierter Württembergischer Landsmann Schubart literarisches und geistiges Vorbild. Schillers Drama „Die Räuber“ entstand durch

eine Anregung Schubarts. Kurz nach dem unerlaubten Besuch der Uraufführung der „Räuber“ in Mannheim verließ Schiller Württemberg. Kristin Weigand und Olaf Krischker, beide im Vorstand der Goethegesellschaft Ulm und Neu-Ulm, zeigen innerhalb unserer diesjährigen Reihe über Berge in Literatur und Kulturgeschichte, wie Schubart und Schiller sich am „Hausberg der schwäbischen Intelligenz“ „abgearbeitet“ haben.  

(In Zusammenarbeit mit dem Generationentreff Ulm. Eintritt frei. Spenden erwünscht)

 

 

Donnerstag, 2.7.2026 19.00 Uhr

 Villa Eberhardt, Ulm Heidenheimer Straße 80

 (Bus Linie 4 Haltestelle Steinhövelstraße)

 

 „Uf´m Bergli bin i gsässe, ha de Vögle zugeschaut, hänt gesunge, hänt gesprunge, hänt´s Nästli gebaut“ (Schweizerliedlein 1811)

 

 Dr. Margrit Wyder, Zürich

 Goethes Schweizer Reisen

  

Die Schweiz war für Goethe nach Italien das wichtigste Reiseland. Dreimal hat er die Eidgenossenschaft ausführlich besucht und erwandert. Briefe, Tagebücher und Zeichnungen zeugen von seinem Interesse an dem kleinen Alpenland.

Höhepunkt seiner Reisen durch die Schweiz war jeweils der Gotthardpass, den er aber nie überschritten hat. Frau Dr. Margrit Wyder ist Initiantin und Hauptautorin einer 2023 erschienenen, reich illustrierten Buchausgabe der Dokumente von Goethes Schweizer Reisen, zu dem auch ein Wanderband mit 25 genau recherchierten Routen gehört. Der Vortrag beleuchtet Goethes

Abenteuer im Land der Eidgenossen, sein naturwissenschaftliches und künstlerisches Interesse an den Alpen, und er geht auch der Frage nach, welchen Einfluss diese Reisen auf sein literarisches Werk hatten.

(In Zusammenarbeit mit dem Haus der Begegnung, Ulm. Eintritt frei. Spenden erwünscht)

 

 

Freitag, 28.8.2026 Goethes Geburtstag

Mephisto-Kino, Rosengasse 15, Ulm. 10.30 Uhr

 

Die Besteigung des Chimborazo

 

DEFA-Spielfilm. 1989. Regie Rainer Simon. Mit Jan Josef Liefers, Götz Schubert u. v. a.

 

Wir feiern Goethes Geburtstag mit einer filmischen Einstimmung auf den Vortrag über Alexander von Humboldts Besteigung des Chimborazo, der für den November geplant ist. Anschließend findet ein gemeinsames Geburtstags-Mittagessen statt.

(Plätze beschränkt. Anmeldung unbedingt erforderlich)

 

 

Dienstag, 29.9.2026 19.00 Uhr

 Generationentreff Ulm, Grüner Hof 5, 1. Stock

 

„Parnassos’ Gipfel, die niemand betritt, empfangen im Glanz schon das Himmelsgewölb für die Sterblichen.“

(Euripides, Ion 86-88)

 

Matthias Bausenhart, Ehingen

Heilige Berge der Antike

 

 

 

Zu allen Zeiten und in allen Kulturkreisen waren und sind Berge heilige Orte, die Himmel und Erde verbinden: der Olymp als Sitz der unsterblichen Götter; der Parnass, auf dem die Musen beheimatet sind; die Akropolis in Athen; das Kapitol in Rom; der Berg Morija, gleichermaßen den Juden und Muslimen heilig; der Sinai/Horeb, auf dem Mose von Jahwe die Gesetzestafeln erhielt; der Gridhrakutra (Vulture Peak), auf den sich Buddha oft zurückzog; Tabor, der Berg der „Verklärung“

(„Metamorphosis“) Jesu; der Uluru (Ayers Rock), der den Indigenen Australiens heilig ist; der Athos, eine orthodoxe Mönchsrepublik mit 20 Klöstern. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. An diesem Abend sollen die wichtigsten heiligen Berge der griechischen Antike im Mittelpunkt stehen. 

(In Zusammenarbeit mit dem Generationentreff Ulm. Eintritt frei. Spenden erwünscht)

 

 

Dienstag, 20.10.2026 19.00

 Museumsgesellschaft Ulm, Neue Straße 85

 

 „… die Gebirge sind stumme Meister und machen schweigsame Schüler“ (Wanderjahre II,9)

 

 Prof. Dr. Hans-Joachim Kertscher, Halle (Saale)

 Goethes Harzreisen

 

„Ich will Ihnen entdecken [...] dass meine Reise auf den Harz war, dass ich wünschte den Brocken zu besteigen, und nun liebste bin ich heut oben gewesen, ganz natürlich, ob mirʼs schon seit 8 Tagen alle Menschen als unmöglich versichern. Aber das Wie, von allem, das warum, soll aufgehoben seyn wenn ich Sie wiedersehe.“

 

Dies berichtete Goethe am 10./11. Dezember 1777 der in Weimar weilenden Charlotte von Stein. Zu seiner Reise im Jahr 1777 kamen noch drei weitere in den Jahren 1783, 1784 und 1805 hinzu. Insgesamt vermittelten die Reisen dem Dichter Einblicke in die geologischen Eigentümlichkeiten des Harzes, in Sitten und Bräuche der Harzbewohner, die er in vielfältiger Weise verarbeiten konnte. 

(In Zusammenarbeit mit der Museumsgesellschaft Ulm. Eintritt frei.)

 

 

 

Donnerstag, 12.11.2026 19.00 Uhr

 Villa Eberhardt, Ulm Heidenheimer Straße 80

 (Bus Linie 4 Haltestelle Steinhövelstraße)

 

 „Was ist das für ein Mann! – Ich kenne ihn so lange, und doch bin ich von neuem über ihn in Erstaunen“ (Eckermann 11.12.1826)

 

Dr. Tobias Kraft, Berlin

Die Menschen am Berg und das Raunen der Erde
Alexander von Humboldts Expedition zum Chimborazo (1802)

  

Zu den bis heute berühmtesten Episoden der Forschungsreise Alexander von Humboldts durch die amerikanischen Tropen (1799–1804) gehört die Besteigung des Chimborazo. Humboldt widmete dieser bemerkenswerten Leistung nicht nur zahlreiche Seiten seiner Amerikanischen Reisetagebücher, sondern kehrte auch in seinen publizierten Werken immer wieder auf diesen Tag im Juni 1802 zurück. Schon zu Lebzeiten war die Chimborazo-Besteigung vor allem ein öffentlichkeitswirksamer Coup; wissenschaftlich jedoch brachte sie, von widrigen Umständen begleitet, nur geringen Ertrag. Der Vortrag nimmt daher weniger bekannte Aspekte von Humboldts Zeit am Berg in den Blick und beleuchtet nicht nur die geologischen, sondern auch die ethnographischen und kulturhistorischen Beobachtungen des preußischen Forschungsreisenden.

(In Zusammenarbeit mit dem Humboldt-Studienzentrum, Ulm. Eintritt frei)